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10. Mai 2012

Verkaufen Baumärkte gefährliche Moosentferner?

  

Hamburg (ots) - Baumärkte empfehlen Eisendünger zur Entfernung von Moos im Rasen, ohne auf die Gefährlichkeit hinzuweisen. Eisendünger enthält den Wirkstoff Eisen-II-Sulfat und ist als giftiges Pflanzenschutzmittel einzustufen. Baumärkte aber verkaufen ihn als billigen Dünger. Das haben Recherchen des NDR Verbraucher- und Wirtschaftsmagazins "Markt" (Sendung: Montag, 7. Mai, 20.15 Uhr, NDR Fernsehen) ergeben. Mediziner und Umweltbundesamt zeigen sich besorgt.

In einer Stichprobe hat "Markt" fünf Baumärkte besucht - Obi, Max Bahr, Praktiker, Bauhaus und Hornbach - und immer dieselbe Frage gestellt: "Was empfehlen Sie gegen Moos im Rasen?" Alle getesteten Baumärkte empfahlen Eisendünger, Eisen-II-Sulfat, ............ 
Prof. Jens Utermann vom Umweltbundesamt kritisiert: "Wenn Eisen-II-Sulfat als Unkrautbekämpfungsmittel gegen Moos eingesetzt wird, dürfte es nicht als Düngemittel verkauft werden." 
Und: Die toten Moospflanzenteile dürfen weder auf den Kompost noch in die Biotonne noch in den Hausmüll. Sie sind Sondermüll und müssen bei den Schwermetallen entsorgt werden
Keiner der Mitarbeiter in den Baumärkten gab den "Markt"-Reportern einen Hinweis auf Schutzkleidung. Auf Nachfrage hieß es nur, dass Gummihandschuhe ganz gut wären. Will man Eisendünger vorschriftsmäßig ausbringen, müssten jedoch säurebeständige Schutzhandschuhe, ein Schutzanzug, eine Brille und eine Gesichtsmaske mit Atemschutz getragen werden. Ulrike Opravil vom Berufsverband Deutscher Arbeitsmediziner rät, die Sicherheitshinweise dringend zu beachten. "Vor allem die Augen sind bei Kontakt mit dem Wirkstoff gefährdet, denn das Eisen-II-Sulfat im Dünger kann ätzende Schwefelsäure freisetzen, wenn es mit der feuchten Bindehaut der Augen in Berührung kommt.".................


Quelle: NDR-Fernsehen "Markt"


  

Kommentare:

  1. Ach ja, ich weiß nicht was mir mehr auf die Nerven geht.

    Das OBI ums Verrecken keine Tarifbindung eingeht, oder dieser sogenannte "Enthüllungsjournalismus".
    Warum wird immer auf den Einzelhandel eingeprügelt?

    Warum nicht auf die Hersteller oder die Politiker?

    Herbizide sind (zumindest in einigen Bundesländern) für Privathaushalte verboten.

    Und das nicht erst seit gestern. Das ist auch richtig so!

    Aber dieses Eisenzeug wird seit hundert oder mehr Jahren über den Einzelhandel verkauft.

    Als Mittel gegen Schnecken bzw. gegen Moos im Rasen.
    Nun ist Wikipedia sicher nicht das Maß aller Dinge, aber man kann hier:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Eisen%28II%29-sulfat#Historische_Verwendung

    einmal nachlesen, wie lange mit Eisensulfat bereits umgegangen wird, bzw. damit gehandelt wird.
    Im Verlauf der letzten 500 Jahre, hätte man eigentlich drauf kommen können, das man sich dieses Zeug weder übers Müsli streut, noch in die Augen.
    Es war und ist frei verkäuflich erhältlich mit dem berühmten X auf der Verpackung.
    Und plötzlich kommt jemand auf die Idee das damit behandelte Pflanzenteile Sondermüll
    sind? Und die unwissenden Verkäufer sind nicht in der Lage die Kundschaft auf die Gefahren hinzuweisen?

    Wie soll so ein Beratungsgespräch ablaufen???

    Kunde: "Guten Tag, ich hätte gerne ein Mittel gegen Moos im Rasen"

    Verkäufer:"Da kann ich Ihnen http://www.compo-hobby.de/compo_floranid_rasenduenger_mit_moosvernichter_%28rfmo%29_produk_adl_3_5745.file

    empfehlen."

    So und jetzt lest Euch bitte mal das Produktdatenblatt durch, dabei ist der Hersteller völlig unrelevant.

    Was steht da? Handschuhe benutzen, Haustiere fernhalten, Rasen eine Zeit lang nicht betreten.

    Und damit hat sichs mit Sicherheitshinweisen.

    Hierbei handelt es sich um ein Produkt welches zugelassen ist und eine amtliche Prüfnummer hat.

    Aber der gewiefte Enthüllungsjournalist erwartet, jetzt natürlich vom Verkäufer folgende Antwort:

    " Oh ein Mittel gegen Moos im Rasen. Da muß ich sie aber vorwarnen. Das kann ganz schön gefährlich werden. Da brauchen sie zuerst einmal einen Einmaloverall. Säurebeständige Schutzhandschuhe. Eine säurebeständige Schutzbrille. Säurebeständige Sicherheitsschuhe.
    Und einen Säurebeständigen Schutzhelm.
    Diese Gegenstände müßen nach dem ausbringen, lufdicht verpackt werden und auf der nächstgelegenen Sondermülldeponie entsorgt werden.
    Nach etwa drei Tagen, wenn das Mittel gewirkt hat, kaufen Sie sich das ganze bitte noch einmal. Vertikutieren Sie jetzt Ihren Rasen.

    Bringen Sie dann die dabei anfallenden Pflanzenreste und Ihre Zweitgarnitur Sicherheitskleidung, sowie den Vertikutierer und den Rechen, sowie alle Gegenstände, die damit in Berührung kamen, ebenfalls auf die Sondermülldeponie.

    Sind Familienmitglieder oder Haustiere ohne Schutzkleidung mit irgend einem Werkzeug oder Pflanzenmaterial in Berührung geraten, muß Ihr Haus 6 Wochen lang vom Dekontaminationstrupp der Bundeswehr entseucht werden.

    Während dieser Zeit müßen Sie und Ihre Familie auf der Sondermülldeponie in Quarantaine. Also äußerte Vorsicht!!!!!

    Ja ich glaube beim Enthüllungsjournalisten, hätte ich 100% bekommen.
    Und bei der Tengelmannrevision??
    Warscheinlich 0%

    Und jetzt die Frage aller Fragen.

    Hätte der Kunde gekauft oder nicht?

    Liebe Enthüllungsjournalisten,
    geht doch bitte denjenigen auf die Nerven, welche das Zeug zugelassen und somit für den Handel freigegeben haben.

    Und nehmt Euch ein Beispiel an Günther Wallraf, der hat wenigstens vernünftig recherchiert und nicht nur halb.

    Ist doch aber auch war....

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    Antworten
    1. Du hast ja Recht, aber.....

      das Produktdatenblatt von COMPO sagt doch wirklich sehr wenig über die tatsächliche Gefährlichkeit dieses Stoffes aus.
      Da sind diese Informationen hier doch schon etwas genauer.

      Aber wen interessiert das schon?

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  2. Ich will als Verkäufer auch nicht, dieses giftige Zeug verkaufen müssen. Was passiert und das passiert ja, die Tüten aufreißen und wir dies ohne Schutzkleidung weg fegen ?? Die Zulassungsstelle ist doch sonst immer so genau warum hiert nicht ?

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