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6. Dezember 2016

Lohndumping bei OBI ! Mitarbeiter bei OBI müssen Opfer bringen ! Es reicht !


Seit nunmehr zwei Jahren erhalten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keine Lohnanpassungen.
Alle entfernen sich mit der Gehaltshöhe immer weiter weg vom Tarif . Die Schere wird also immer größer. In vielen Märkten wird inzwischen wieder deutlich unter 90% zum aktuellen Tarif gezahlt.

Das Unternehmen OBI lässt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schon zu lange "ausbluten", weil einfach nicht mehr Geld in die Lohntüte kommt. Stattdessen speist man die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter z.B. mit billigen 25 € Tank- oder Lebensmittelgutscheine ab, wenn ein bestimmter Beratungsanteil erreicht worden ist.
Aber auf Grund von technischen Manipulationen erreichen die meisten Märkte noch nicht einmal diese Ziele, um diesen Gutschein auch erhalten zu können. Also wird selbst dieser allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verwehrt.

Und wo bleibt nun unser eingespartes Tarifgehalt?

Dieser Artikel sagt Euch, welches Opfer die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erbringen.
Dies ist eine von vielen Wahrheiten bei OBI. Unser Gehalt geht einfach woanders hin. Bitte Lesen und Ihr wisst wo Euer Tarifgehalt verpufft.


Heimwerkermarkt
  
Baumax-Integration kostet Obi Millionen
 





Von Thomas Pressberger
  
Deutsche Baumarktkette investierte allein im vergangenen Jahr rund 58 Millionen

Euro in Baumax-Standorte.
 
 
Wien
 
Die deutsche Baumarktkette Obi hat für die Integration der 49 ehemaligen Baumax-Standorte in Österreich tief in die Tasche gegriffen. Investitionen in Marktausstattung, Systemtechnik, Anpassungen der Bauten sowie Marketing und Werbung im Rahmen der Neueröffnung schlugen sich allein 2015 mit 58,4 Millionen Euro nieder. Der Jahresverlust der Österreich-Tochter Obi Bau- und Heimwerkermärkte Systemzentrale GmbH lag 2015 bei 50,9 Millionen Euro nach einem Plus von einer Million im Jahr davor.

Von den 49 Standorten eröffneten bereits 48 im Dezember 2015, der letzte wurde Anfang Februar dieses Jahres aufgesperrt. Obi erweiterte dadurch seinen Auftritt über die Bundesländer Tirol, Wien und Niederösterreich hinaus nach Oberösterreich, Salzburg, Kärnten, Steiermark und Vorarlberg.

Um die Finanzierung zu stemmen, musste die Mutter, die deutsche Obi GmbH, Kapital in Höhe von 100 Millionen Euro zuschießen. Der Österreich-Umsatz erhöhte sich durch die Integration bereits 2015 um 19 Prozent auf 114,2 Millionen Euro. Die ehemaligen Baumax-Märkte trugen allein im Dezember 18 Millionen Euro bei, während die Umsätze in den bestehenden Obi-Märkten und in jenen der Franchise-Nehmer leicht zurückgingen. Ohne Übernahme wäre der Marktanteil von Obi in Österreich also leicht geschrumpft, so aber machte sich die deutsche Baumarktkette auf einen Schlag und mit Abstand zum Marktführer.

Rund 2400 Mitarbeiter wurden übernommen, zuvor hatte Obi im Jahresdurchschnitt 450 Beschäftigte.
 
 
Schwierigkeiten in Slowenien
 
 
 
Alle neu erworbenen Märkte werden von der Obi Bau- und Heimwerkerzentrale selber betrieben und nicht an Franchise-Partner vergeben. Obi hat in Österreich vier Franchise-Nehmer, die 16 Märkte betreuen.

Obi wollte sich auf Fragen der "Wiener Zeitung" zu den Geschäftszahlen und strategischen Themen nicht äußern. Dem Jahresabschluss ist jedoch zu entnehmen, dass sich das Unternehmen nach der Umstellung der Märkte und Schulung der Mitarbeiter heuer auf Konzeption und Umsetzung von Kundenbindungsprogrammen, Online-Auftritt und Synergien durch die Baumax-Übernahme konzentriert. 2016 ist freilich mit einem heftigen Umsatzsprung zurechnen.
 
Während es für Obi in Österreich erfreulich läuft, musste die Obi Bau und Heimwerkermärkte Systemzentrale ihrer Tochter in Slowenien heuer fünf Millionen Euro zuschießen. Diese legte einen Verlust von 5,52 Millionen Euro hin, wodurch das Eigenkapital ins Negative rutschte.

Mit der Obi Markt GmbH besteht in Österreich ein weiteres verbundenes Unternehmen, das zehn Bau- und Heimwerkermärkte in Kärnten und der Steiermark betreibt und den Umsatz 2015 um 3,5 Prozent auf 75,5 Millionen Euro steigerte. Der Jahresgewinn lag bei 2,1 Millionen, nach minus 2,6 Millionen Euro im Jahr davor. In Summe machte Obi in Österreich 2015 also einen Nettoumsatz von rund 190 Millionen Euro.

Laut Statistik-Portal Statista liegt Obi im Ranking der Baumärkte in Österreich nach Verkaufsflächen deutlich vor Raiffeisen Ware Austria, Bauhaus, Hagebau/Öbau und Hornbach. Die darauf folgenden Mitbewerber sind deutlich kleiner, auf sie entfällt nur rund zehn Prozent des Marktanteils. Aktuelle Branchenumsätze gibt es keine, vor ein paar Jahren lagen diese laut Schätzungen bei 2,5 Milliarden Euro.

Baumax ist seit 28. August 2015 endgültig Geschichte. Nach einem zweimonatigen Abverkauf schlossen alle Märkte. Obi sicherte sich 68 Standorte, 49 davon in Österreich. Auch die 14 Standorte in der Slowakei, beide Standorte in Slowenien und vier von 24 ausgewählten tschechischen Märkten gingen an Obi. Sechs Märkte übernahm Hagebau, einen Hornbach. 18 Märkte in Tschechien schnappte sich der polnische Händler Merkury Market. Die meisten wurden im März dieses Jahres wieder eröffnet. Für sieben heimische Standorte fand Baumax keinen Abnehmer.
 
 
Rasanter Aufstieg und Fall
 
 
Seit seinen Anfängen 1976 wuchs Baumax rasant. 1992 erfolgte der Markteintritt in Ungarn und Tschechien, 1994 in die Slowakei, ein Jahr später zog es die Kette nach Slowenien. 2000 erfolgte der Markteintritt in Kroatien, 2006 in Rumänien und 2008 in Bulgarien. Der letzte Auslandsmarkt war 2010 die Türkei. Am Zenit beschäftigte die Baumax-Gruppe mehr als 9000 Personen und betrieb knapp 160 Standorte in neun Ländern, der Umsatz lag jenseits der 1,2 Milliarden Euro. Die Erträge bröckelten jedoch. Im April 2014 hatten die Banken bei Baumax rund eine Milliarde Euro ausständig. 2014 zog sich die Eigentümerfamilie Essl endgültig aus dem operativen Geschäft zurück.

Im März 2014 wollte Karlheinz Essl seine berühmte Kunstsammlung an die Republik Österreich verkaufen, um die angeschlagene Baumarktkette zu retten. Der Deal kam nicht zustande, stattdessen übernahm Monate später der Industrielle Hans Peter Haselsteiner um mehr als 100 Millionen Euro über seine Familien-Privatstiftung 60 Prozent an der Sammlung.
 
 
Quelle: Wiener Zeitung, 05.12.2016
 

Kommentare:

  1. Es lebe die Globalisierung. Unter dem Aspekt das die Kunden in vielen Bereichen eher zum Onlinekauf umsteigen,ist es sicher Sinnvoll ein noch größeres Filialnetz aufzubauen.Schade: Das Geld hätte sicher gereicht um in Deutschland Tarif zu bezahlen.Aber vielleicht konzentriert sich Karl-Erivan ja jetzt auf Obi Deutschland und schaut das er Obi nach Kaiser's auch ausgelöscht bekommt.Da wollen wir doch mal sehen wo bei uns das Geld dieses Jahr eingesparrt werden kann-Personal?Und komm mir jetzt niemand mit,wir stellen einen zweistelligen Millionenbetrag für Lohn Anpassungen zur Verfügung.Wenn ich genug Personal einspare kann ich ja was von dem Geld nehmen und eine "Pseudolohnerhöhung" durchführen.
    Tip von mir"Kauft Kämme Leute-es kommen lausige Zeiten auf uns zu."

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  2. Ist doch ganz einfach was jetzt kommt. Lohnerhöhung in der zurückgestellten besagten Höhe gegen Personalabbau in 2017, so dass am Ende sogar mehr eingespart wird als für die nunmehr notwendige Lohnanpassung ausgegeben wird. Und schön erstmal den schwarzen Kater dem GBR zuschieben mit einem Konzept, dass mehr als nur unverschämt ist. Bis es zur versprochenen Lohnanpassung durch Tepaß und Co. kommt wird es ewig dauern. Dieser Aushang ist genauso belanglos wie das Schreiben aus dem Frühjahr 2015 und das daraus resultierte Desaster einer lächerlichen Einmalzahlung. Der Einzige der Beifall glascht ist Herr Haub und die Affen aus der Personalabteilung und Custom Offer. Traurig.

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  3. Alle Mitarbeiter haben Arbeitsverträge. Alle vereinbarten Bedingungen dieser Verträge werden erfüllt.
    Die Darstellung, dass Geld der Mitarbeiter benutzt wird, ist also falsch.

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    1. Stimmt.Aber nach dem Stellenabbau sind die Personen ja keine Mitarbeiter mehr.Daher wir ja nur das dadurch freigesetzte Geld Umverteilt.

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    2. Es werden eben nicht! Alle Bedingungen aus den Arbeitsverträgen erfüllt. Es gibt noch etliche Verträge mit dem Zusatz:".....liegt der momentan gültige Tarifvertrag zu Grunde."

      Wird das jetzt wieder erfüllt? Oder nicht? Oder fällt das nicht unter "alle" Bedingungen?

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    3. Alle vereinbarten Bedingungen dieser Verträge werden erfüllt?
      In meinem Vertrag steht, ich bekomme Tariflohn und bei tausende andere langjährigen Mitarbeiter steht das gleiche.
      Die Darstellung, daß Geld der Mitarbeiter benutzt wird, ist also richtig.

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    4. Ja... und und was war mit der schriftlich zugesagten Lohnerhöhung im Jahr 2015???

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    5. Wenn diese Vereinbarung im Arbeitsvertrag steht ist sie ganz einfach durchsetzbar. Dann verstehe ich das Geschrei nicht. Verträge werden eingehalten, einfach beim ML melden.

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    6. Der ML hat doch nichts zu melden!!!

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    7. Der ML steht eh schon mit dem Rücken an der Wand, nun werden die ML optimiert.

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  4. Hallo 8.12. 17:00,
    das ist ja lächerlich, war letztes Jahr mit meinem Vertrag bei meinem Marktleiter (kurz nach der Kundgebung mit den lächerlichen 400 € Einmalzahlung), der meinte nur: „ wenn dir dein Lohn nicht passt, kannst du jederzeit gehen“.
    Da ich noch knapp zwei Jahre zu Arbeiten hab, werde ich das wohl so hinnehmen müssen.

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    1. Wenn du einen Vertrag hast, in dem vereinbart ist, dass du nach dem jeweils aktuellen Tarif zu bezahlen bist, bekommst du auch dieses Geld. Verschenke nichts! Beachte die Ausschlussfristen im jeweiligen Tarif.
      Wenn ML deine Forderung ignoriert, wende dich an die Lohnbuchhaltung in der Zentrale.

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  5. Man das waren ja noch direkt gute Zeiten.Sorry an die damals betroffenen Kolleginnen/Kollegen
    http://m.spiegel.de/wirtschaft/a-632202.html

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  6. Obi schafft sich selbst ab! Die kleinen Mitarbeiter müssen auf Lohnerhöhung verzichten, weil sich Obi mit Österreich zu weit aus dem Fenster gelehnt hat. Das Geld fehlt jetzt... und wo wird es eingespart? Richtig... an den Mitarbeitern in den Märkten. Gier frisst Hirn! Die Geschäftsleitung sollte sich für die abhocke an die kleinen Angestellten schämen!

    Obi wird es wie Schlecker ergehen!!! Die Frage ist nur wann...

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    1. na, da ist wohl wieder ein ganz Schauer (Dummkopf) am Werk. Ich glaube nicht, dass du die wirtschaftliche Situation bei OBI einschätzen kannst. Zum Glück bist du nur am Ende der Nahrungskette.

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    2. Am Ende des Tages, sehen wir ja was dabei rauskommt!!! Jeder Wasserkopf platzt irgendwann mal...������

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  7. Ich bin seit sechs Jahren bei Obi tätig und habe in dieser Zeit einmal eine Lohnerhöhung erhalten. Jeder Arbeitsplatz der frei wird wird nicht mehr neu besetzt sondern durch Mittelschichten eingespart. Urlaubsplanung war ein Fiasko da wir 17 Frauen sind und nur zwei Urlaub machen dürfen. Im Januar Plan wurden bis zu zwanzig Minusstunden ohne Rücksprache eingetragen. Das Arbeiten macht immer mehr Spass.

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  8. Tja ja ,
    Und wenn dann die neue Einteilung der Märkte kommt bei denen ja stimmt auch noch mal aufs Personal geschaut wird, sollte mich wundern wenn da ein BR Markt mit mehr als 25 MA bleibt.

    Die Leute laufen auf der letzten Rille. Ok wenn's dann noch weniger kunden werden, passt die Besetzung wieder zur Kundenmenge. Irgendetwas vergess ich Grad?? Umsatz....Unternehmerische Lohn.....Na ja zur Not kann man die ja schnell schliessen , dann so ohne BR. Mein die eigentlich das wir auf dem Baum schlafen...

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