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21. Februar 2011

Urlaubssperre und Betriebsrat

Die Frühjahrssaison steht vor der Tür, die nächste Urlaubssperre auch???

        
Es ist wieder soweit, die Frühjahrssaison streckt ihre Fühler aus.
In den Märkten herrscht hektisches Treiben, es wird geräumt und geräumt und? - geräumt!
Die Saisonflächen werden mit Ware bestückt und die erste Baumschulware wird in den Außenbereichen eingeräumt, die Märkte werden auf die Saison vorbereitet.
FRÜHJAHRS-CHECK IST ANGESAGT!
Der ganz normale Wahnsinn nimmt seinen Lauf, wie in jedem Jahr. Aber daran muß man sich gewöhnen, und Mann/Frau hat sich daran gewöhnt, ist halt Handel.
Und außerdem: WIR SIND OBI!

Es ist aber auch wieder an der Zeit den Urlaub fürs Jahr zu planen - wenn nicht schon geschehen.
Ostern, Pfingsten - Brückentage, Familie, Kinder, Feiertage? Denkste ist nicht, Ihr habt zu arbeiten. Alle Manpower wird gebraucht und zusätzlich noch mehr in Form von Überstunden. Hunderte, tausende, jedes Jahr das gleiche Spiel. 
Zu wenig Personal? Nee nee, Ihr müßt nur mehr arbeiten, schneller sein, effektiver und, vor allem und zu allem bereit!
Überstunden - Mehrarbeit, habt Euch mal nicht so, Ihr könnt doch im Winter zu Hause bleiben und Euch ausruhen!
Macht mal los, bewegt Euch, WIR SIND DOCH OBI!

Und dann kommt Ihr und wollt Urlaub?
In der Saison? Saison ist im Frühjahr, im Sommer, im Herbst und zu Weihnachten, und da wollt Ihr Urlaub? Das geht mal gar nicht, denn ich bin der Boss hier und jetzt ist Sperre! Nämlich Urlaubssperre!
Wie das geht nicht? Was, Urlaubsgesetz? Gilt hier nicht, hier bin ich der Boss und was ich sage ist Gesetz! Urlaub gibts wenn ich es will, und wenn ich nicht will dann gibt es keinen, denn: WIR SIND BEI OBI!

All das geschieht, jedes Jahr wieder - aber nicht wenn es einen Betriebsrat gibt!

§87 Abs.1, Ziff.5 BetrVG:
...Der Betriebsrat hat mitzubestimmen, .... bei der Aufstellung allgemeiner Urlaubsgrundsätze und des Urlaubsplans sowie der Festsetzung der zeitlichen Lage des Urlaubs für einzelne Arbeitnehmer, wenn zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer kein Einverständnis erzielt wird...
Ohne die Zustimmung oder Genehmigung des Betriebsrates gibt es keine URLAUBSSPERREN!

Also worauf warten? Wählt einen Betriebsrat! Jetzt!
Und hört vor allem nicht auf die Ammenmärchen "MIT BETRIEBSRAT WIRD ALLES SCHLECHTER"!
Die Märkte, in denen sich die Bedingungen für die Belegschaften durch Betriebsräte verschlechtert haben gibt es nicht!
Die Bedingungen werden sich nur für eine Gruppe von Mitarbeitern verschlechtern, und das ist die Art von "Führungskräften" vor Ort in den Märkten, die meinen alleinige Herrscher über Euch sein zu müssen.
Warum? Weil dann jemand da ist, der darüber wacht das Gesetze eingehalten und die Rechte der Mitarbeiter durchgesetzt werden.

Kommentare:

  1. Wenn man das hier wieder liest, kann man doch echt irre werden.
    Genauso wie der Artikel über die Rüsselsheimer Kollegen.
    Alle brauchen einen Betriebsrat. Und erst recht da wo Arbeitnehmer
    in der Wahrnehmung ihrer Grundrechte behindert werden.
    Geht endlich auf die Barrikaden und nehmt eure Grundrechte wahr
    wenn alles so toll ist in eurem Markt , so besser. Dann muss ein neuer
    Betriebsrat nicht gleich Schwerstarbeit leisten, sondern "nur" aufpassen das es so bleibt. Irgentwann wird's anders- Aktionäre wolln nu mal Geld sehen, aber es darf niemand auf der strecke bleiben!!! Und dafür tretet ein. Es sind eure Grundrechte , für die musst ihr selbst eintreten, sonst macht eh bald der nächst billigere dein Job

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  2. Ach so,
    in die Vergangenheit bei lidel oder KIK hier und auch in Osterreichsollte doch eigentlich gezeigt, das ein solches Fehlverhalten der Führungsebene sich rächt. Die Lidelkollegen hätten sicher lieber mehr Geld als ne teure Imagekampagne bekommen. Ich bin der Meinung soweit darf es nicht kommen. Solln sich doch die Führungskräfte die der Meinung sind das wir keine BR's brauchen vom Unternehmen trennen.
    Wir sind Obi, und das ist noch immer ein topprodukt.
    Das wird es auch mit Betriebsräten bleiben

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  3. Urlaubssperre für MA im Garten und an den Kassen.
    Meist natürlich Frauen mit Kindern.
    D.h. Osterferien verbringen die Kinder bei Oma.
    Weihnachten auch- wegen Urlaubssperre..
    In den Pfingsferien geht nur eine Woche- da es ja noch mehr MA mit kleinen Kindern gibt.( Die andere Woche mhh vielleicht bei Oma?)
    Sommerferien max. 2 Wochen,(jeder möchte schließlich im Sommer mal Urlaub machen und wir müssen ja fair sein- auch die ohne Kinder) und auch nur wenn man NICHT schon Pfingsten hatte. ( Zum Glück gibt es ja Oma für die restlichen 4 Wochen)..
    Und den Resturlaub kann Frau sich ja auserhalb der Ferien nehmen. Ist doch nett zuhause zu sein wenn die Kinder in der Schule sind.
    Aber ihr lieben Mütter immer daran Denken... Ihr seit OBI.. .. und Danke OMA.

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  4. Nur blöd wenn Oma noch arbeitet. Obwohl die ja versuchen könnte Großelternzeit zu nehmen. Hätte man bei uns auch ohne BR bestimmt Verstädnis für. Aber man ist ja auch selbst schuld das man der gesellschaft noch Kinder schenkt....
    oder war das wieder wichtig?..Rente... Mal nachdenken :-) !

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  5. Ja, es geht wieder los.

    Schneeglöckchen (Galanthus nivalis),
    Osterglocken (Narcissus pseudonarcissus),
    und Gänseblümchen (Bellis perennis) wetteifern mit Tulpen (Tulipa)und Krokus (Crocus) darum den Frühling einzuläuten.

    "Frühling, lässt sein blaues Band, wieder flattern durch die Lüfte, süße nie gekannte Düfte, streifen ahnungsvoll das Land..."

    ..es könnte so romantisch sein...aber, Frühling, das ist die Zeit, in der 50% des Marktumsatzes von 10% der Belegschaft erwirtschaftet werden.

    Die Problematik bei OBI ist die: Man hat schon lange erkannt das im Bereich Garten ein enormes Wertschöpfungspotential liegt.
    Leider hat man aber nicht erkannt, das man auch etwas investieren muß um dieses Potential abzuschöpfen.

    Was die Personalkosten betrifft werden Garten und Baumarkt über einen Kamm geschert und das ist grundlegend falsch.

    Man sagt sich: "OK von März bis Juni stelle ich zusätzliche Aushilfen ein, das muß reichen."

    Schön gedacht, aber was passiert mit einer Aushilfe wenn die Saison beginnt, Schlagartig und mit Wucht.
    Die wird überrannt, die ist nach 4 Wochen ausgepowert, krank, erledigt, die nächste bitte.

    So wiederholt sich das Jahr für Jahr, ebenso bei den Vollzeitkräften. Eine(r) krank und schon nützt der schönste Einsatzplan nichts mehr.

    Überstunden das die Heide wackelt, und völlig entnervte, überarbeitete Mitarbeiter.

    Das man den Garten aus den Personalkosten Baumarkt raus nimmt und hier eben ganzjährig mit höheren PK kalkuliert kommt natürlich nicht in Frage.

    Schade eigentlich, denn wenn man das mal hochrechnet....bezogen auf die KA04 ect. und dann noch, weniger Holland, mehr regionale Gärtner usw, usw....
    da gibts dann aber wieder Probleme mit den Verträgen....es ist ein Trauerspiel, jedes Jahr das selbe.

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  6. wo ist das Problem?
    Urlaubssperre ist wichtig!
    Die Mütter brauchen sich doch nicht beschweren sie arbeiten doch meist eh nur Teilzeit ( 4-5 Tage 13-20 Uhr.)
    Und die Vollzeitkräfte können ja wärend der Saison 6 Tage arbeiten.Sie haben sich doch im Winter extra ausruhen dürfen. (Minusstunden)
    Und wenn man seine Kollegen mal aus der Pause rufen kann weil es im Markt brennt und sich jeder ein bisschen zusammenreisst und nicht gleich bei dem kleinsten bisschen Fieber oder Schnupfen zuhause bleibt, schaffen wir es. Im übrigen ist mehr Personal eh schwachsinn.. Das Jahr hat nur 365 Tage- wann bitte sollen die eurer Meinung nach in den Urlaub gehen ? ( Ausschnitte aus einem Morgenmeeting in unseren Markt!!)

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  7. Wenn man Euch hier so zuhört, könnte man denken, Ihr habt alle Betriebswirtschaft studiert. Geballte Fachkompetenz hier unter den Kommentatoren!

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  8. was haben beschriebene Tatsachen mit Fachkompetenz zu tun ? Ist es nich wirklich so
    ähnlich

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  9. zu Anonym 22.2.2011,14.28

    Ich bin alleinerziehend,Gruppenleiterin im Betriebsrat und arbeite Vollzeit.

    In der Saison Aushilfen oder Praktikanten einstellen bringt nichts.Man rennt denen eh nur hinterher.

    Wir benötigen im Garten und in der Logistik gute Gruppenleiter die organisieren können und
    und Mitarbeiter die die Arbeit sehen.

    Die Kollegen müssen eben auch gut bezahlt werden......

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  10. @Anonym 22. Februar 2011 16:51

    Bist Du BWL Student mein Freund?

    Ich habe 15 Jahre Vollzeit im Garten gearbeitet.

    Das ersetzt Dein Studium 3 x.

    Siehe Anonym 24. Februar 2011 09:00, daß! ist Fachkompetenz.

    Im übrigen kommentieren wir nicht sondern teilen lediglich unsere Erfahrungen mit.

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  11. Yepp !!
    Wolln hoffen das die richtigen Kollegen
    das auch lesen und die richtigen versuche daraus starten!
    Abgrenzen zu Wettbewerb und Rückgewinnung von Marktanteilen
    durch Service( ja, richtig bezahlte Mitarbeiter ,
    keine Hiwis), oder " machen wir weiter das mit den Fähnchen"
    Ich würd mich freunen und wieder Licht am Ende des Tunnels sehn wenn unsere
    GeschäfsFührung das mal wirklich ausprobieren würde, bevor unser Ruf ernsthaft den Bach runter geht

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  12. also wenn ich mir das so ansehe, kann ich nur jedem markt raten, gründet einen bertriebsrat !!!! es bringt auf jeden fall was !!!! klar können die es auch nicht jedem recht machen, aber das arbeitsrecht, die gesetze usw. werden eingehalten zb: urlaubsperre ?? was ist das ???? überstunden ??? nur im gesetzlichen rahmen und nur ab und zu wenn unbedingt nögtig !!! der betriebsrat hat viele möglichkeiten und er befindet sich in augenhöhe der ML !!!! die dann auch feststellen muss, das fast keine entscheidung, ohne die zustimmung des betriebsrates getroffen werden kann :-)) es gibt bestimmt einen beriebsrat in einem obi den ihr fragen könnt die helfen euch gerne !!!
    keine angst einfach trauen !!! der rest ist nicht schwer !!!!!

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  13. Voraussetzung dafür ist aber ein fähiger BR.
    Wie schief das laufen kann, kann man ja in den Beitrag Würzburg nachlesen...
    Da gab es so viel ärger und Stress und für was?
    Es traut sich ja noch nicht einmal jemand zu sagen wie die Wahl ausgegengen ist!

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  14. der kleine Biber3. März 2011 um 11:34

    @Anonym 26. Februar 2011 10:02

    Zitat:
    "Voraussetzung dafür ist aber ein fähiger BR."
    Zitat Ende.

    Einen "fähigen" Betriebsrat wirst Du bei einer Erstwahl kaum erwarten können.

    "Fähig" wird man als BR erst, wenn man mal mindestens eine Amtsperiode hinter sich gebracht hat. Wenn man enstprechende Erfahrung gesammelt und Schulungen besucht hat.

    Was bei einer Erstwahl viel wichtiger ist, wäre die Einigkeit unter den MA über die Kandidaten und die war in Würzburg scheints nicht gegeben.

    Einigkeit sollte natürlich auch darüber herschen ob den überhaupt Wahlen stattfinden sollen.

    Wenn nämlich die "Betriebsratsgegner" und das sind immer die, welche einen Vorteil davon haben wenn es keinen gibt, in der Mehrzahl sind, wird es schwierig eine Erstwahl durchzuführen.

    Es gibt leider ML, die es aus dem FF beherschen, bestimmte MA zu bevorzugen und so ihren Markt "steuern".
    Und solange es genügend MA gibt die sich von der Marktleitung "kaufen lassen", wird es bei einer Erstwahl immer zu ähnlichen Problemen kommen.

    Schade drum!

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